Und sonst?

Watt'n ditte?

Etwas, das kein Blog ist, dennoch Artikel enthält, kein Newsfeed ist, dennoch Neuigkeiten integriert und auch keine Müllhalde ist, und trotzdem meine Meinung in sich birgt. Ich nenne es: Blnemü... Na ja, das werde ich vor dem Veröffentlichen noch ändern.
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13.03.2019 - Wie man Trottel an der Art ihres Telefonierens erkennt


15.02.2019 - Gesundheit ist bei uns!

Fröhliche Kinder husten gesundes Blut während sie mit lebensverlängernden Zigaretten spielen Buckow, 1657
Die onkologische Rehaklinik in der Hauptstadt des Großbrandenburgischen Reiches hat es mit einer einfachen Maßnahme geschafft, aus den roten Zahlen heraus zu kommen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit ihrer Patienten zu leisten.
"Viele unserer Bewohner sind unzufrieden mit der Tatsache, dass sie die Lappalie Krebs überlebt haben und nicht wenige wünschen sich die erquickenden Freuden der Chemotherapie zurück. Genau für die haben wir auf jeder Etage einen Zigarettenautomaten aufgestellt, der sogar über ein Ausgabefach in Kinderhändehöhe verfügt", erklärt Susanne Verschütti, Leiterin der Buckower Rehaklinik Imanuelene, vor der Baustelle des neuen, goldenen Westflügels, "Unser neues Angebot richtet sich aber auch an Patienten, die nur noch palliativ behandelt werden können, sich aber ein bisschen mehr Krebs wünschen. Auch Angehörige, denen es nicht genug ist, nahe Verwandte beim glücklichen, schmerzlosen Sterben über Monate hinweg zu begleiten, können sich durch unsere Herzensgüte mit reichlich Zigaretten eindecken. Wir bieten unter anderem auch Geschmacksrichtungen wie Cisplatin, Ifosfamid und Cytosin-Arabinosid an."

"Habe meinen Zwillingsbruder Shakelford (9) besucht und gleich 40 Schachteln gekauft", freut sich der kleine Shakelford (9) und hustet einen schwarzen Blutklumpen aus, "Oh, gesundes Hustenblut. Na ja, solange man lebt, soll man rauchen. Und dafür brauch' ich die!"


02.01.2019 - Kritik zu "Eine Stunde History" (Deutschlandfunk nova)

Von einem Podcast mit einem engleutschen Titel sollte man nicht zu viel erwarten. Aber selbst das war hier noch zu hoch gegriffen! Ich stelle an Podcasts die Anforderung, dass sie extrem komplexen Stoff für Noobs aufbereiten, ohne mit Details zu geizen (z.b. Raumzeit mit Tim Pritlove oder Chaosradio mit Markus Richter).
"Eine Stunde History" habe ich jedoch nach fünf Episoden abgebrochen, denn es fehlten stets Details und auch sonst irgendwie interessant aufbereiteter Stoff. Selbst, wenn ich zu einem Thema nichts wusste, aber extrem interessiert war (z.b. Bartholomäusnacht), habe ich in den 30 Minuten ("Eine Stunde History") nichts gelernt.
In einer Episode ('something something Brandenburg') gab es sogar eine Art Hörspiel, das scheinbar nur unterhalten, statt lehren sollte. Irgendwas mit Brandenburg ist sogar das einzige, dass dabei hängen blieb. Habe hinterher in der allwissenden Müllhalde nachlesen müssen, um überhaupt die Zusammenhänge begreifen zu können.
Habt ihr keinen Harald Lesch für Geschichte gefunden? Nein? Dann macht keinen Podcast! Selbst von Privatleuten auf Youtube betriebene History-Channels (z.b. Lindybeige, TheImperatorKnight, Military History Visualized, Military History not Visualized und auch Military Aviation History) sind besser, als eurer öffentlich-rechtliches Mistprodukt (Klingt irgendwie abwertend gegenüber dieser Kanalbetreiber, soll es aber gar nicht sein).
In den von mir gehörten Folgen botet ihr ein paar Minuten Geschichte und schlugt dann immer wieder die Brücke zur "aktuellen" Politik (Wenn man die Selbstdarstellung eines bestimmten nordamerikanischen Populisten so nennen will), was meiner Meinung nach völlig deplatziert ist.
Soll das Bildung sein? Für welche Zielgruppe denn?

Im Detail "Das Unternehmen Barbarossa" [8]

Ich glaub an die Mär nicht, dass irgendwo, irgendwann, irgendein Soldat jemals begeistert in einen Krieg gezogen ist.
Dann lies erstmal "Feinde in der Nacht" von Peter Spoden, "Mir selber seltsam fremd" von Willy Peter Reese, "Vergiss die Zeit der Dornen nicht" von Günter K. Koschorrek, "Eine höhere Pflicht" über Charlie Brown und Franz Stigler oder wenigstens Klassiker wie "Im Westen nichts Neues" von E. M. Remarque oder "Das Boot" von G. Buchheim!
Dann sprich mit Soldaten: Rekruten, sowie Veteranen!
Und dann hau' dir selbst deine eigene, unqualifizierte, undifferenzierte Aussage um die Ohren! Es gab und gibt vielfältige Motivationen, auch Begeisterung.

Die Deutschen waren hin- und hergerissen zwischen [... Meinung a...] und [... Meinung b...]. (sinngemäß)
Ja, bestimmt hatten alle 79 Millionen Menschen im deutschen Reich [1] nur zwei Meinungen. Weil es ja nur schwarz oder weiß, gut oder böse gibt und die Welt genau wie Tolkien-Bücher ist! m(

Zumal Deutschland ja auch Verbündete hatte, natürlich. Japan, ganz wichtig, war an der Seite Deutschlands, mit einer festen Militärunion.
Da ihr das im Kontext einer Sendung über das Unternehmen Barbarossa erwähnt: Hat Japan etwa den sowjetisch-japantischen Neutralitätspakt vom 13. April 1941 [6] gebrochen? Mit welchen Aktionen denn?
Und wo war diese feste Militärunion überhaupt? Welche militärischen Aktionen haben denn das Deutsche Reich und Japan zusammen durchgeführt? Tausch von ein paar Bauplänen und die militärische Hilfe durch die "Monsunboote"?
England und die Vereinigten Staaten waren in einer festen Militärunion und die "Operation Overlord" wäre als beispielhafte militärische Aktion in gemeinsamer Durchführung zu nennen.

Aber im Prinzip stand Deutschland in Europa allein gegen den Rest sozusagen und es hat sich in diesem Krieg bewahrheitet, dass einer, in Europa jedenfalls, nicht stärker ist – alleine – als die anderen zusammen.
Eine Lüge wird nicht zur Wahrheit, wenn man sie 3x in einem Satz wiederholt (BTW: Die zitierte Satzkonstruktion ist eine gemeisterte, meisterliche Meisterleistung). Finnland, Italien, Rumänien, Slowakei, Ungarn stellten Soldaten zum Unternehmen Barbarossa, Hilter selbst sprach in einer Rede von "einem europäischen Kampf gegen den Bolschewismus".
Sofern man Russland nicht zu den Alliierten zählt, kann man sagen, dass sie alleine standen. Und offensichtlich waren sie stärker. So gesehen habt ihr sogar 2 Lügen in einen Satz gestopft.

Nebenbei bemerkt: Wer den "Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt" oder den "Ribbentrop-Molotow-Pakt" den "Hitler-Stalin-Pakt" nennt, sagt auch Sachen wie "USB-Bus".
Begründung: Hitler und Stalin haben persönlich nicht miteinander gesprochen/verhandelt. Hitler und Molotow, Stalin und Ribbentrop und Ribbentrop und Molotow dagegen schon. [3, 5]

Auf der westlichen Seite des Flusses Bug liegt ein unendlich großes Heer deutscher Soldaten.
Unendlich. m(
3,4 Millionen kann man bei so lauten Fröschen unmöglich zählen, wa?
Oh, warte! Ist das ein Hörspiel? Hatte die Wehrmacht etwa Katjuscha-Raketen?

In anderthalb Jahren hatte er (Hitler) Dänemark und Norwegen, Belgien, die Niederlande und Luxemburg besiegt. Und nach dem überraschend schnellen Sieg gegen Frankreich...
Und wenn er das nicht allein gemacht, sondern mit der Wehrmacht zusammen gemacht hätte, wären es vermutlich nur wenige Wochen gewesen. Egoistischer, trotteliger Hitler!

Der Sommer 1941 erschien Hitler als der richtige Zeitpunkt (zum Angriff)
Vorher ging es gar nicht (u.a. [9] und der griechisch-italienische Krieg).

Die Einschätzung, dass das Deutsche Reich die Sowjetunion schnell und leicht besiegen konnte, beruhte nicht nur auf den vermuteten Einschätzungen der Auswirkungen von "Stalins Säuberung". Man muss dazu den Kontext ausweiten auf mindestens: Den Sieg des Deutschen Reiches über Russland im 1. Weltkrieg, die Ergebnisse der Wehrmacht im Westfeldzug und die Performance der Roten Armee im Winterkrieg gegen Finnland.

Der Überfall traf die Rote Armee völlig unvorbereitet. Stalin hatte zwar teilweise sehr konkrete Hinweise auf einen deutschen Angriff bekommen, aber er hatte sie alle ignoriert.
Also dafür, dass die Rote Armee "völlig unvorbereitet" getroffen wurde, konnte sie die Offensive bis zum Dezember 1941 relativ gut stoppen, mit teilweisen Gegenoffensiven [4]. Man könnte sagen, sie war noch nicht ausreichend vorbereitet. Macht ihr aber nicht.
In [3, 5] kann man die Originaldokumente einsehen: Es gab seit Anfang 1941 ständig Hinweise auf einen Angriff (sowie widerredende Berichte von Agenten). Dämlicher, trotteliger Stalin, der diesen Fehler nicht durch eine Zeitreise und ein Paradoxonkompensator korrigiert hat!

Wie uns diese Lügen noch lange nach dem Krieg verfolgt haben, darüber reden wir gleich hier in Eine Stunde History
Bei der Betonung des Wortes Lügen durch den Moderator in diesem und in den Sätzen davor, läuft es mir eiskalt den Rücken runter (wegen der bisher gehörten historischen Unwahrheiten). Ihr wollt doch, dass man gegen Lügenmedien!-Schreier gar keine Argumente mehr hat, oder?

Danach werden treffende, jeden überzeugende Argumente gegen die Präventivkriegthese vorgebracht:

  • Ist Propaganda
  • Der Angriff wurde von vornherein geplant
  • "Es ist reine Lüge und dummes Zeuch (sic!)"
Zuerst: Ihr bezeichnet Hitler als Lügner, nutzt dann aber ein Zitat von ihm für euer Argument, dass es kein Präventivkrieg gewesen sein kann, weil er den Angriff wollte? Es gibt kaum einen ungeschickteren Weg, sich selbst ein Bein zu stellen.
Und werden nicht alle Angriffe von vornherein geplant? Wobei das mit der reinen Lüge und dummes Zeuch (sic!) ein derart brillant vorgetragenes und begründetes Argument ist, dem niemand widersprechen kann. Entkräftet locker alles, was zum Beispiel Bernd Schwipper [2] oder Heinz Guderian [4] vortragen oder was man in dieser Audioaufnahme von einem Gespräch zwischen Hitler und Mannerheim [9] zu hören bekommt.
Aber nein, ihr werft halbwissenden Noobs eure unbegründeten Sprüche vor, statt die Argumente der Präventivkriegthese vernünftig zu widerlegen [3, 5], so dass man dabei etwas lernen kann (Wobei Ueberschär durchaus sein unsachliches Beschimpfen von gegenteiligen Meinungen als "Ewiggestrige" (oder Ähnliches) hätte weglassen sollen).
Wenn euch das Auseinandersetzen mit Argumenten auf sachlicher Ebene zu aufwändig ist, dann lasst es einfach bleiben!

[...]Krieg an der Ostfront findet eine vorentscheidende Schlacht in Stalingrad[...]
Mal davon abgesehen, dass die "Schlacht um Stalingrad" etwa ein Jahr später stattfand (und die Aktion hieß dann eher Fall Blau): Nein Leute, einfach nein.
Wen das Thema interessiert: Mal bei den oben genannten History-Channels vorbei schauen (vor allem bei TheImperatorKnight, Military History Visualized und Military History not Visualized).

Nach der verlorenen Schlacht um Stalingrad begann die Westfront zu bröckeln (sinngemäß)
Das Ende der Schlacht war die Kapitulation (der 6. Armee) am 2. Februar 1943, bis zum 6. Juni 1944 gab es gar keine Westfront, die bröckeln konnte. Was redet ihr denn da? Gibt es in der Luft eine Front? Gab es im Atlantik eine Front?

Besonders in dieser Folge habt ihr euren öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag so dermaßen geschändet, dass ich damals komplett den ganzen Ordner mit heruntergeladenen Folgen gelöscht habe und ohne guten Grund weder eine Empfehlung für euren Podcast unwiderstritten stehen lassen kann, noch euch eine zweite Chance geben werde.

Quellen:
  • [1] "Volkszählungen unter dem Nationalsozialismus. Eine Dokumentation zur Bevölkerungsstatistik im Dritten Reich" von Jutta Wietog
  • [2] "Deutschland im Visier Stalins: Der Weg der Roten Armee in den europäischen Krieg und der Aufmarsch der Wehrmacht 1941" von Bernd Schwipper
  • [3] "Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Kontroverse um die Präventivkriegsthese" von Gerd R.; Bezymenskij, Lev A. (Hrsg.) Ueberschär
  • [4] "Erinnerungen eines Soldaten" von Heinz Guderian
  • [5] "Stalin und Hitler" von Lew Besymenski
  • [6] http://avalon.law.yale.edu/wwii/s1.asp
  • [7] https://projekt3kw.wordpress.com/2017/02/25/unternehmen-barbarossa-4
  • [8] http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/06/17/dradiowissen_eine_stunde_history_20160617_66fb9cf4.mp3
  • [9] Transcript von Adolf Hitler Tonprotokoll seiner Unterredung mit Mannerheim Am 4. Juni 1942" https://archive.org/stream/AdolfHitlerTonprotokollSeinerUnterredungMitMannerheimAm4.Juni1942/Adolf%20Hitler%20-%20Tonprotokoll%20seiner%20Unterredung%20mit%20Mannerheim%20am%204.%20Juni%201942_djvu.txt

P.S.: Der Einspieler mit dem Typen, der beinahe das Bernsteinzimmer gefunden hat, wird lustiger, je öfter man ihn hört. Wirklich. Spielt das doch in einer Endlosschleife ab!

P.P.S.: Unter anderem sind Journalist, Redakteur sowie Historiker in Deutschland keine rechtlich geschützten Berufsbezeichnungen. Als Typ, der hiermit irgendwas geschichtliches publiziert hat, könnte ich mich nun auch Historiker nennen und behaupten, Braveheart wäre historisch akkurat (zum Glück behauptet niemand das Gegenteil).